Gudrun Kampl arbeitet seit Jahren mit textilem Material, ihre "weichen" Skulpturen gehen mitunter hart ins Gericht mit Zuständen, zeitbezogen oder schon längst verhärtet. Sie haben aber auch Charme, sind ironisch/poetisch, und die Objekte bekleiden oder begleiten mitunter Personen, die Autorin selbst, oder jetzt im Belvedere Skulpturen und Gesimse. Die Prunkstiege von Johann Lukas von Hildebrandt wird Anlaß und Austragungsort. Derzeit sind es vorwiegend genähte Schriftstücke, die sich mit dem Barock auseinandersetzen, auf Sprache Bezug nehmen, auf Lebensgefühl.

Zeitgenössische Interventionen von KünstlerInnen im Belvedere sind nun als Serie geplant. Mit Gudrun Kampl ist eine gute Fürsprecherin für diese Art von Aktualisierung bestehender Substanz gefunden worden. Es ist ja nicht gerade leicht, in einem so gelungenen Ambiente nicht nur als unnötige Störung empfunden zu werden. Diesmal ist das Experiment jedenfalls gelungen.